Sommer-Roman *****                                                         (...) Paul Senftenberg hat es geschafft, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und in zwei Tagen ausgelesen habe. Zu Beginn ist es etwas anstrengend mit den vielen Figuren, aber gleichzeitig entwickelt sich schnell ein Sog, der einen beim Lesen in das Buch zieht. Zuerst erzeugt der klare, fast sachliche Stil noch eine gewisse Distanz, einen Abstand zu den Figuren, der sich aber immer mehr auflöst.
Was mir besonders gefallen hat, sind die intensiven, mit wenigen Worten erzeugten Bilder des Sommers, die sehr visuelle Erzählweise. Man spürt die Wärme des Sommers, die Stille der Nächte. Wie auch bei anderen Büchern korrespondiert dazu das Cover mit einem Gemälde von Martin-Jan van Santen.
Immer wieder tun sich Abgründe der Figuren auf. Dazwischen wird es auch kurz sehr romantisch. Die besondere Kunst des Autor ist es, dass die Handlungen und Gedanken der Charaktere nie unrealistisch, überzogen, unnatürlich sind – und damit ist den meisten Figuren auch nicht das perfekte Happy-end gegönnt, aber alle machen kleine Fortschritte. Ein lohnender Sommer-Roman, der eine Weile nachhallt.                                                                             (J. Walther auf montechiaro.blogspot.com, 19. Juni 2018)

Buch-Tipp: Ein Sommerreigen

Hans ist nach einem Schlaganfall hilflos, sein Sohn Markus muss ihn pflegen. Markus hat einen Riesenkomplex. Er wurde wegen seiner Hasenscharte verlacht. Lukas ist mit 18 schon Vollwaise. Er lernt Niklas kennen, der frustriert ist, weil seine große Liebe Sex mit seiner Schwester hat. Nepomuk leidet unter seinem gigantischen Übergewicht und seiner fanatisch religiösen Mutter. Michael muss mit 30 noch bei Mutti wohnen. Und da ist noch der Rumänenjunge Dan, der sein Überleben mit Sex finanziert, und Gabriel, der Vater, der eigentlich lieber Männer mag.

In seinem Buch Fahren mit wehendem Haar zeichnet der Österreicher Paul Senftenberg Skizzen von acht Menschen, die sich alle mit einem Problem quälen. Und sie alle müssen sich entscheiden, wie es weitergehen soll. Die Figuren haben auf den ersten Blick scheinbar nichts miteinander zu tun. Und doch ergeben die Puzzleteile mit der Zeit ein Bild. Lesenswert!

(Display Magazin, Ausgabe Juni 2018, Seite 58)

 

Sommerreigen *****

Was ich an diesem Roman faszinierend finde, ist die Kunstfertigkeit, mit der der Autor die Handlungsstränge rund um acht Charaktere miteinander verwebt. Dies geschieht auf überaus elegante, anfangs fast unmerkliche Weise - ich war sosehr hineingezogen in die Geschichten dieser jungen und alten Männer, dass ich die Annäherung ihrer Schicksale um ein Haar gar nicht mitbekam. Dann aber las ich von der Kreuzung zweier Lebenswege und musste verblüfft feststellen, dass sich das Ganze ohnehin bereits angekündigt hatte. So entsteht ein Reigen von Gefühlen, von Ängsten ebenso wie Sehnsüchten, der die Charaktere zu einem Punkt in ihrem Leben lenkt, an dem jeder von ihnen vor einer wichtigen Entscheidung angekommen zu sein scheint. Ob er diese Möglichkeit, die sich ihm bietet, ergreift oder auch nicht, das wird auf einfühlsame und auch spannende Art erzählt - in einer Intensität, die die heißen Tage und lauen Nächte dieses Sommers geradezu greifbar werden lässt. Unbedingte Kaufempfehlung!

(ichliebebücher auf amazon.de, 20. Juni 2018)

 

"Ein queerer Reigen der großen Gefühle ... acht Schicksale kunstvoll verschachtelt ... fesselnder Roman"

Von 2. bis 9. Mai 2018 gab es auf der deutschen Website queer.de im Rahmen einer Verlosung fünf Printexemplare von Fahren mit wehendem Haar zu gewinnen. Dabei wurde das Buch ausführlich vorgestellt. Zum Nachlesen:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=31104