Warum hat das in der Art eigentlich noch keiner vorher gemacht?
Ich bin durch eine Buchvorstellung auf Facebook über das Buch gestolpert. Und hab mir gedacht ... okay, gehst mal in die Buchvorschau und schaust, was der Autor über "Maurice" zu sagen hat. Und dann hab ich mir noch einen Film durchgelesen und noch einen und schließlich das Buch gekauft. Und warum? Da schaut jemand Filme wie ich. Zerlegt sie in ihre emotionalen Einzelteile. Jeder Satz, jedes Nicht-Gesagte, jede Bewegung, bekommt seine gerechtfertigte Bedeutung. Und dann wird alles wieder zusammengefügt, zum künstlerischen Ganzen. Zitate finden bei Herrn Senftenberg ihre Gewichtigkeit, Gesten ihren verdienten Respekt.
Natürlich sind Filme in erster Linie zur Unterhaltung da, und eventuell dann erst zur gesellschaftlichen Sozialanalyse.
Aber es sind oft die kleinen Augenblicke, ein Dialog, die eingespielte Musik, eine Geste - und man ist IN diesem Film, atmet ihn, vergißt für einen Moment lang, dass es Schauspieler, Texte und Blue screens sind. Es lässt sich nur erahnen, wie lange es gedauert haben muss, bis der Autor all diese kleinen Momente des großen Ganzen
zusammengetragen und das - im Grunde nicht existierende - Wort ENDE darunter gesetzt hat.
Herr Senftenberg gelingt, die Kunst hinter der Unterhaltung aufzuzeigen, ohne sie ins Künstliche zu desillusionieren. Das Buch schreit nach einer Fortsetzung ... es gibt noch so viele Filme, die erwähnt werden möchten ...
Fazit: Buchtipp für alle Filmfans des Gay- bzw. Queer-Movie-Genres, oder für solche die es werden wollen! *****
(Endymary auf amazon.de, 29. 11. 2017)